Electro Harmonix Micro POG — polyphonic octave pedal

Electro Harmonix
Micro POG

Polyphone Oktaverzeugung. Ein Pedal, drei Stimmen.

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Der Electro Harmonix Micro POG ist eines der berühmtesten Oktavpedale überhaupt. Bekannt für sein präzises Tracking und seine orgelartigen Oktavtexturen, kann das Pedal sowohl eine Oktave über als auch eine Oktave unter dem ursprünglichen Gitarrensignal erzeugen. Im Blues und im modernen Bluesrock wird es oft dezent eingesetzt, um Einzelton-Linien anzudicken oder einen größer klingenden Rhythmussound zu erzeugen, ohne an Klarheit zu verlieren.

Hersteller und Modellgeschichte

Das Pedal wird von Electro-Harmonix gebaut, einem legendären amerikanischen Effekthersteller, den Mike Matthews 1968 in New York gründete. Berühmt wurde die Firma durch bahnbrechende Pedale wie das Big-Muff-Fuzz und den Electric-Mistress-Flanger.

Der Micro POG kam um 2008 als kompakte Version des originalen POG (Polyphonic Octave Generator) heraus. Der originale POG war äußerst beliebt geworden, aber relativ groß und teuer. Der Micro POG behielt dieselbe Kerntechnologie, verkleinerte aber das Gehäuse und vereinfachte die Bedienung.

Anders als traditionelle Oktavpedale, die mit Akkorden kämpfen, nutzt der Micro POG digitales polyphones Pitch-Shifting. Er kann also komplexe Akkorde sauber tracken, ohne Aussetzer und ohne die Artefakte, die für ältere analoge Oktavschaltungen typisch sind.

Die Bedienung ist einfach. Der Regler Dry bestimmt das ursprüngliche Gitarrensignal, Sub Octave fügt eine Oktave darunter hinzu, und Octave Up fügt eine Oktave darüber hinzu. Diese einfache Bedienung macht das Pedal äußerst vielseitig und auf der Bühne leicht einzustellen.

Warum dieses Pedal im Blues zählt

Oktaveffekte haben in der Bluesgitarre eine lange Geschichte. Klassische Oktav-Fuzz-Sounds wurden durch Gitarristen wie Hendrix berühmt, doch moderne polyphone Oktavpedale eröffneten ganz andere musikalische Möglichkeiten.

Im Blues wird der Micro POG oft sehr sparsam eingesetzt. Ein kleiner Anteil Sub-Oktave erzeugt den Eindruck eines fetteren Gitarrensounds, fast wie eine zweite Gitarre oder ein Baritoninstrument unter dem Hauptsignal.

Der Octave-Up-Regler kann Rhythmusparts Glanz verleihen oder beim Akkordspiel orgelartige Texturen erzeugen.

Was angesehene Bluesgitarristen damit gemacht haben

Moderne Bluesgitarristen experimentieren häufig mit Oktavpedalen, um das klangliche Spektrum eines Trios zu erweitern.

Joe Bonamassa hat Oktaveffekte genutzt, um live orgelartige Rhythmustexturen und fettere Leadsounds zu erzeugen.

Kenny Wayne Shepherd hat oktavbasierte Effekte für härtere Bluesrock-Sounds eingesetzt, besonders wenn er Leadsounds übereinanderlegte.

Von Stevie Ray Vaughan inspirierte Gitarristen nutzen Oktavpedale mitunter als moderne Möglichkeit, Einzelton-Linien mehr Gewicht zu geben und dabei das ausdrucksstarke Texas-Blues-Feeling zu behalten.

Klangprofil

Der Micro POG liefert einen sauberen und äußerst präzisen Oktavsound.

Frequenzbalance

Die Sub-Oktave bringt kräftige Bässe, ohne das Signal zu verwaschen, während die Oktave nach oben hellen Obertonglanz hinzufügt.

Mittencharakter

Die ursprünglichen Mitten der Gitarre bleiben erhalten, weil das trockene Signal immer präsent ist.

Dynamische Ansprache

Das Pedal fügt sehr wenig Kompression hinzu, und das Tracking bleibt auch bei schnellen Blues-Läufen oder Akkordarbeit präzise.

Mit Stratocasters

Die Sub-Oktave kann einen überraschend kraftvollen Rhythmussound erzeugen, fast als käme ein zweites Instrument auf die Bühne.

Mit Les Pauls

Mit Humbuckern wird der Oktaveffekt voller und aggressiver, besonders wenn er in ein Overdrive-Pedal geht.

Über Fender-Amps

Über einen Deluxe Reverb oder Bassman bleibt das Oktavsignal klar und artikuliert und sitzt natürlich im Mix.

Was ihn besonders macht

Das prägende Merkmal des Micro POG ist sein polyphones Tracking. Anders als ältere Oktavpedale, die nur mit Einzeltönen gut funktionieren, verarbeitet der Micro POG ganze Akkorde sauber.

Eine weitere Stärke ist das Mischprinzip. Da das trockene Signal immer präsent und separat regelbar ist, lässt sich der Effekt dezent in den Gitarrensound einmischen, ohne ihn zu überdecken.

Das Pedal ist außerdem extrem rauscharm und zuverlässig und eignet sich damit für professionelle Tour-Setups, bei denen Konstanz zählt.

Warum Gerbman ihn spielt

Gerbmans Sound wurzelt in traditionellen Bluessounds, doch der Micro POG bringt eine moderne Ebene klanglicher Flexibilität, die dem Trio-Format dient.

In einem Power-Trio wie Gerbman & Blues Flood kann das Pedal die Gitarre größer und kraftvoller klingen lassen. Ein Hauch Sub-Oktave in Rhythmusparts sorgt für einen schwereren Groove, eine leichte Oktave nach oben bringt Glanz in cleane Passagen.

Früh in der Signalkette platziert, vor Overdrive-Pedalen wie dem King of Tone, lässt der Micro POG die hinzugefügten Oktavstimmen natürlich mit dem Rest des Pedalboards und dem Verstärker zusammenspielen.

In bestimmten Instrumentalteilen oder Jam-Momenten kann er sogar orgelartige Texturen erzeugen, die die Bühne mit Klang füllen und Rhythmus- wie Leadspiel unterstützen, ohne die Klarheit und Dynamik zu verlieren, die großartigen Bluessound ausmachen.

Seltenheit und Verfügbarkeit

Der Micro POG ist weiterhin in Produktion und gut erhältlich. Dank seiner Beliebtheit und Zuverlässigkeit gehört er zu den verbreitetsten Oktavpedalen auf modernen Pedalboards.

Trotz seiner guten Verfügbarkeit bleibt er eines der angesehensten polyphonen Oktavpedale auf dem Markt und ist weiterhin erste Wahl für Profigitarristen, die einen zuverlässigen, musikalischen Oktaveffekt suchen.

Varianten und Alternativen

POG (Original)

Der originale Polyphonic Octave Generator. Größeres Gehäuse mit mehr Reglern und mehr Flexibilität.

POG2

Erweiterte Version mit zusätzlichen Reglern und Preset-Speicher. Mehr Optionen, dieselbe Kerntechnologie.

TC Electronic Sub 'N' Up

Eine preisgünstige Alternative mit ähnlichen polyphonen Oktavfunktionen zu einem niedrigeren Preis.

Vintage-Alternative

Ältere analoge Oktavpedale wie die MXR Blue Box erzeugen einen ganz anderen, fuzzbasierten Oktavsound, der im klassischen Bluesrock beliebt ist.

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