Real McCoy Custom RMC5 Wizard Wah
Das Real McCoy Custom RMC5 Wizard Wah ist ein Boutique-Wah, das den ausdrucksstarken Regelweg und den Obertonreichtum der legendärsten Vintage-Wah-Schaltungen einfangen soll. Gebaut von Geoffrey Teese unter der Marke Real McCoy Custom, setzt das Wizard Wah auf Klarheit, stimmähnlichen Charakter und dynamische Kontrolle und spricht damit besonders Blues- und Classic-Rock-Gitarristen an, die ein Wah wollen, das natürlich auf Anschlag und Phrasierung reagiert.
Hersteller und Modellgeschichte
Real McCoy Custom wurde Anfang der 1990er von Geoffrey Teese gegründet. Teese ist hoch angesehen für seine akribische Erforschung von Vintage-Wah-Schaltungen der späten 1960er. Während des Wah-Booms jener Zeit verwendeten Hersteller wie Vox und Thomas Organ unterschiedliche Induktivitäten, Potis und Bauteiltoleranzen, die den Sound stark beeinflussten. Teese begann, diese Originalschaltungen im Detail zu untersuchen, sammelte Vintage-Exemplare und vermaß ihr elektrisches Verhalten. Sein Ziel war nicht einfach, den Wah-Effekt nachzubauen, sondern die musikalischsten Versionen dieser frühen Pedale zu reproduzieren.
Das RMC5 Wizard Wah entwickelte sich zu einem der vielseitigsten Designs der Firma. Es nutzt sorgfältig ausgewählte Induktivitäten und einen abgestimmten Frequenzgang, um einen weiten Regelweg zu liefern, der die übermäßig scharfen oder nasalen Spitzen vieler moderner Wah-Pedale vermeidet. Anders als Wahs aus Massenfertigung wird jedes Real-McCoy-Exemplar von Hand montiert und kalibriert. Das Wizard Wah wird weiterhin in kleinen Serien gebaut und bleibt ein Boutique-Produkt statt eines Massenpedals.
Warum dieses Pedal im Blues zählt
Das Wah-Pedal ist seit den späten 1960ern ein wichtiges Ausdrucksmittel im Blues und Bluesrock. Geschmackvoll eingesetzt, verhält es sich fast wie ein Filter der menschlichen Stimme und formt die Mitten der Gitarre. Genau in dieser stimmähnlichen Qualität glänzt das RMC5 Wizard Wah. Sein Regelweg betont die Frequenzen, in denen Bluesgitarren leben, etwa zwischen 400 Hz und 2 kHz, sodass Töne aufblühen und artikuliert klingen, ohne harsch zu werden.
Für Bluesgitarristen, die eher auf Anschlagsdynamik als auf schwere Verzerrung setzen, muss ein Wah transparent und direkt bleiben. Das Wizard Wah bleibt selbst bei cleanen oder leicht angezerrten Sounds klar und ist damit besonders wirkungsvoll mit Amps im Fender-Stil.
Was angesehene Bluesgitarristen damit gemacht haben
Klassische Wah-Sounds verbindet man mit Gitarristen wie Jimi Hendrix, Eric Clapton und Stevie Ray Vaughan. Hendrix nutzte das Wah ausgiebig als stimmähnlichen Effekt und formte damit gehaltene Töne und rhythmische Passagen. Clapton setzte in der Cream-Ära bekanntlich ein Wah ein, um seine Mittenphrasierung zu betonen. Stevie Ray Vaughan nutzte das Wah sparsamer, oft als Farbe in Soli statt als Dauereffekt.
Das RMC5 Wizard Wah wurde gezielt entwickelt, um den Sweet Spot dieser Vintage-Sounds einzufangen. Geoffrey Teese stimmte die Schaltung so ab, dass die Mittenspitze in dem Bereich liegt, der den klassischen, stimmähnlichen Hendrix-Sweep erzeugt, und dennoch weich genug für Bluesphrasierung bleibt. Viele Boutique-Fans halten RMC-Wahs für die modernen Gegenstücke, die den bestklingenden Vintage-Vox-Pedalen am nächsten kommen.
Klangprofil
Der Sound des RMC5 Wizard Wah ist weit, weich und stimmähnlich.
Was ihn besonders macht
Mehrere Designentscheidungen unterscheiden das RMC5 Wizard Wah von üblichen Wah-Pedalen. Die erste ist die Wahl der Induktivität. Sie bestimmt Resonanz und Mittenfrequenz des Wah-Sweeps. Teese entwickelte eigene Induktivitäten auf Basis von Messungen an italienischen Vintage-Vox-Pedalen. Zweitens ist die Kennlinie des Wah-Potis sorgfältig auf den Frequenzverlauf abgestimmt, was eine sehr gut kontrollierbare Ansprache statt plötzlicher Klangsprünge ergibt.
Drittens ist das Pedal auf Ausgewogenheit über den gesamten Regelweg abgestimmt. Manche Wah-Pedale haben nur einen kleinen Sweet Spot. Das Wizard Wah liefert über den größten Teil des Pedalwegs brauchbare Sounds. Das Ergebnis ist ein Wah, das sich fast wie ein Musikinstrument verhält und nicht wie ein einfacher Effekt.
Gerbmans Spielstil dreht sich um ausdrucksstarke Bluesphrasierung mit Stratocasters und Vintage-inspirierten Fender-Verstärkern. In diesem Zusammenhang muss ein Wah-Pedal dezent und musikalisch sein statt aggressiv. Das RMC5 Wizard Wah passt perfekt zu dieser Philosophie.
Es kann bestimmte Phrasen in Soli hervorheben, funkigeren Blues-Grooves rhythmische Artikulation geben oder gehaltene Bendings fast stimmähnlich formen. Früh in der Signalkette platziert, meist vor den Overdrive-Pedalen, interagiert das Wah direkt mit den Pickups der Gitarre. So kann Gerbman den Charakter des Sweeps über Anschlag und Gitarrenvolume steuern. Im Blues wird das Wah so weniger zum Spezialeffekt und mehr zum Werkzeug der Phrasierung.
Seltenheit und Verfügbarkeit
Das Real McCoy Custom RMC5 Wizard Wah gilt im Vergleich zu gängigen Wah-Pedalen als eher selten. Die Fertigung erfolgt im Boutique-Maßstab und in relativ kleinem Umfang. Exemplare tauchen regelmäßig auf dem Gebrauchtmarkt auf, werden aber nicht breit über große Händler vertrieben. Wegen des Rufs der Marke unter Sound-Liebhabern halten gebrauchte Exemplare ihren Wert oft gut.
Varianten und Alternativen
- RMC1, RMC3, RMC4 Picture Wah, RMC10 — weitere Real-McCoy-Varianten mit anderen Vintage-Vorbildern
- Fulltone Clyde Deluxe Wah — Boutique-Alternative mit mehreren Voicing-Optionen
- Originales Vox-Wah der späten 1960er — die historische Referenz, teuer und altersbedingt klanglich uneinheitlich
- Dunlop Cry Baby GCB95 — das Standard-Wah zu einem niedrigeren Preis, mit weniger fein abgestimmtem Regelweg