Ceriatone Centura overdrive pedal — dark enclosure with centaur graphic and three dark knobs

Ceriatone Centura

Der Ceriatone Centura ist eine originalgetreue moderne Interpretation einer der legendärsten Overdrive-Schaltungen, die je gebaut wurden. Entwickelt, um das klangliche Verhalten des originalen Klon Centaur einzufangen, liefert der Centura transparenten Overdrive, dynamische Ansprache und einen kräftigen Clean Boost. Er genießt bei Bluesgitarristen hohes Ansehen, die einen Röhrenverstärker anschieben wollen, ohne den natürlichen Ton der Gitarre zu überdecken.

Hersteller und Modellgeschichte

Ceriatone ist ein Boutique-Hersteller von Verstärkern und Effekten, gegründet von Nik Azam in Malaysia. Internationale Anerkennung gewann das Unternehmen zunächst mit hochwertigen Verstärker-Bausätzen und originalgetreuen Nachbauten klassischer Schaltungen wie Dumble- und Trainwreck-Designs.

Der Centura kam in den 2010ern als Ceriatones Interpretation der originalen Klon-Centaur-Schaltung auf den Markt, die Bill Finnegan Mitte der 1990er entwickelt hatte. Da originale Klon-Pedale extrem teuer und schwer zu bekommen wurden, entstand ein großer Markt für hochwertige Nachbauten. Ceriatone ging die Schaltung mit derselben Philosophie an wie seine Verstärker: akribische Sorgfalt bei Bauteilauswahl und Schaltungslayout. Der Centura bewahrt die wesentliche Topologie des Klon-Designs, einschließlich der zweigleisigen Gain-Struktur, die das cleane Signal mit dem Overdrive mischt.

Auch wenn der Centura kein offizielles Klon-Produkt ist, gilt er weithin als eine der genauesten und musikalischsten Interpretationen der Schaltung, die derzeit erhältlich sind.

Regler Gain, Treble, Output
Schaltungstyp Zwei Signalwege — Clean-Anteil + Germanium-Dioden-Clipping
Hersteller Ceriatone (Malaysia)
Basiert auf Klon Centaur (Bill Finnegan, Mitte der 1990er)
Seltenheit Boutique — eher selten
Status In Produktion, direkt oder über ausgewählte Händler bestellbar

Warum dieses Pedal im Blues zählt

Bluesgitarristen setzen oft auf Pedale, die den Verstärker veredeln, statt seinen Charakter zu ersetzen. Die Klon-Schaltung wurde berühmt, weil sie einen Röhrenamp auf äußerst natürliche Weise anschiebt. Statt schwerer Verzerrung bringt sie Mittenfokus und Obertonreichtum, ohne an Klarheit und Artikulation zu verlieren. So lässt sich der Breakup über die Anschlagsdynamik und den Volume-Regler der Gitarre steuern.

Für Bluesgitarristen mit Amps im Fender-Stil wie einem Bassman oder Deluxe Reverb kann ein Pedal im Klon-Stil den zusätzlichen Schub liefern, durch den die Gitarre perfekt im Mix sitzt, ohne den natürlichen Amp-Charakter zu verwaschen.

Was angesehene Bluesgitarristen damit gemacht haben

Auch wenn der originale Klon Centaur historisch eher mit Gitarristen wie Jeff Beck und John Mayer verbunden wird, reicht sein Einfluss weit in den modernen Blues hinein. John Mayer hat bekanntermaßen Pedale im Klon-Stil in seiner Signalkette genutzt, um Fender-Amps anzuschieben und den weichen, aber artikulierten Overdrive zu erzeugen, den man in vielen seiner Live-Auftritte hört.

Auch Joe Bonamassa hat Schaltungen vom Klon-Typ in seine Rigs integriert, um singendes Sustain und Mittenfokus bei voller Klarheit zu erreichen. Die Stärke der Schaltung liegt darin, wie sie die natürliche Stimme einer Stratocaster oder Les Paul veredelt, ohne sie zu überdecken.

Klangprofil

Der Centura ist für seinen transparenten Overdrive-Charakter bekannt.

Bässe Straff und kontrolliert. Kein Matsch über Fender-Amps.
Mitten Leicht betont. Weicher Mittenschub, nicht nasal.
Höhen Offen und gläsern. Single-Coils behalten ihren Glanz.
Low-Gain-Modus Arbeitet als Clean Boost mit dezenter harmonischer Textur.
Mehr Gain Weicher Overdrive. Die Tondefinition bleibt auch bei komplexen Akkorden erhalten.
Anschlagsempfindlichkeit Hervorragend. Reagiert stark auf Dynamik und Gitarrenvolume.

Was ihn besonders macht

Das zentrale Designmerkmal der Klon-Schaltung ist ihr doppelter Signalweg. Ein Teil des Signals bleibt clean, während ein anderer Teil über Germanium-Dioden geclippt wird. Beide Signale werden gemischt und erzeugen eine einzigartige Textur, die klar bleibt und dennoch Overdrive liefert.

Der Centura bildet diese Architektur sorgfältig nach. Das Ergebnis ist ein Overdrive, der sich äußerst direkt und amp-ähnlich anfühlt. Auch die Verarbeitung ist eine Stärke. Das Pedal nutzt hochwertige Bauteile und eine solide Konstruktion, was zu Zuverlässigkeit und klanglicher Konstanz beiträgt.

Warum Gerbman ihn spielt

Gerbmans Klangphilosophie dreht sich um das dynamische Zusammenspiel von Gitarre, Pedalen und Röhrenverstärkern. Ein Overdrive im Klon-Stil passt perfekt zu diesem Ansatz. Früh in der Signalkette platziert, arbeitet der Centura als Klangformer und Boost für andere Overdrives wie einen Tube Screamer oder ein Pedal im Bluesbreaker-Stil.

Mit einer Fender Stratocaster und einem Fender Deluxe Reverb oder Bassman liefert der Centura den Mittenschub für Texas-Blues-Phrasierung und bewahrt dabei die gläsernen Höhen der Gitarre. In gestackten Setups treibt er andere Overdrives in singendes Sustain für Soli und bleibt beim Rhythmusspiel artikuliert.

Seltenheit und Verfügbarkeit

Der Ceriatone Centura ist weiterhin in Produktion und kann direkt beim Hersteller oder über ausgewählte Händler bestellt werden. Verglichen mit originalen Klon-Pedalen, die auf dem Vintage-Markt oft für mehrere tausend Euro verkauft werden, ist der Centura weitaus erschwinglicher. Er ist ein Boutique-Pedal, das in kleineren Stückzahlen gefertigt wird als bei großen kommerziellen Marken, bleibt aber erhältlich. Einstufung: eher selten.

Varianten und Alternativen

  • Original Klon Centaur — die Referenz, heute eines der begehrtesten Sammlerpedale überhaupt
  • Electro Harmonix Soul Food — gut erhältlicher, günstiger Klon-inspirierter Overdrive
  • Wampler Tumnus / J Rockett Archer — Boutique-Optionen im Klon-Stil mit starkem Ruf
  • Analog Man King of Tone — Boutique-Alternative mit derselben Transparenz-Philosophie

Hör dir dieses Gear in Aktion an.

Gerbman live ansehen Band buchen EPK ansehen