Sherman 300 Vollröhren-Bassverstärker + Barefaced Cabinets
Johan Bravenboers Basssound ist alles andere als modern und steril. Statt eines typischen Hi-Fi-Bass-Rigs nutzt er eine Kombination, die den Wurzeln von Blues und Classic Rock viel näher ist — einen Vollröhren-Bassverstärker mit äußerst direkt ansprechenden Barefaced-Boxen. Das Ergebnis ist ein warmer, dynamischer Ton, der sich im Bandmix fast wie ein Gitarrenamp verhält.
Hersteller und Modellgeschichte
Sherman 300
Der Sherman 300 ist ein relativ seltener Vollröhren-Bassverstärker. Anders als die meisten modernen Bassamps, die Transistor- oder Hybridgeräte sind, nutzt dieser Amp eine vollständig röhrenbetriebene Endstufe. Damit steht er in seiner Philosophie klassischen Designs wie den Vintage-Ampeg-SVT-Topteilen näher.
Statt auf ultrasaubere Präzision setzt der Sherman 300 auf musikalische Kompression, Wärme und natürlichen Breakup, wenn er gefordert wird. Die „300“ steht für seine Ausgangsleistung, das heißt, er hat ernsthaften Headroom für die Bühne und liefert trotzdem Charakter bei Lautstärke.
Barefaced Cabinets
Barefaced ist ein britischer Boutique-Hersteller, bekannt für extrem effiziente und leichte Bassboxen, die keine Abstriche bei der Leistung machen. Die Designphilosophie setzt auf Klarheit, Projektion und schnelle Ansprache. Diese Boxen sind bei Profibassisten verbreitet, die Punch und Artikulation brauchen, selbst bei geringerer Lautstärke.
Warum dieses Rig im Blues zählt
Im Blues geht es beim Bass nicht nur um tiefe Frequenzen — es geht um Feeling, Bewegung und das Zusammenspiel mit der Band. Ein Röhren-Bassamp wie der Sherman 300 reagiert direkt auf Anschlag und Dynamik, ähnlich wie ein Gitarrenamp. So kann der Bassist den Groove aktiv formen und dezente Kompression und Obertonreichtum hinzufügen, die die Band zusammenschweißen.
Die Barefaced-Boxen sorgen dafür, dass dieser Charakter klar und definiert bleibt, statt im Mix unterzugehen.
Was angesehene Blueskünstler damit gemacht haben
Auch wenn der Sherman selbst ein Nischenverstärker ist, ist das Konzept tief in klassischen Blues-Setups verwurzelt. Bassisten, die mit Künstlern wie B.B. King, Albert King und Stevie Ray Vaughan spielten, setzten oft auf röhrenbetriebene Bassverstärkung, vor allem auf Amps wie den Ampeg SVT. Diese Rigs waren bekannt für ihre warmen Bässe, ihre natürliche Kompression und leichten Breakup, wenn man sie forderte. Der Sherman 300 bewegt sich im selben klanglichen Bereich, aber mit einem moderneren Boutique-Ansatz.
Klangprofil
Die Kombination aus Sherman 300 und Barefaced-Boxen liefert einen sehr musikalischen, bandorientierten Ton. Jedes Element des Setups wirkt zusammen, um einen Basssound zu erzeugen, der die Band trägt, ohne sie je zu dominieren.
Was ihn besonders macht
Die Einzigartigkeit dieses Setups liegt in der Kombination aus klassischem Röhrensound und modernem Boxendesign. Der Sherman 300 liefert echte Röhrendynamik, Obertonreichtum und musikalischen Breakup — Eigenschaften, die in moderner Bassverstärkung immer seltener werden.
Die Barefaced-Boxen bringen Effizienz und Lautstärke ohne Gewicht, Klarheit und Projektion sowie eine schnelle Impulsantwort, die die Bässe straff und definiert hält. Zusammen ergeben sie ein Rig, das sich unter den Fingern lebendig anfühlt und perfekt in den Kontext einer Bluesband passt.
Der Basssound von Gerbman & Blues Flood baut auf Feeling, nicht auf Perfektion. Im Kern dieses Sounds steht ein seltenes und sehr ausdrucksstarkes Setup — der Sherman 300 Vollröhren-Bassverstärker mit Barefaced-Boxen.
Anders als moderne Bass-Rigs, die auf ultrasaubere Präzision zielen, setzt dieses Setup auf Charakter. Der Sherman 300 liefert echte Röhrenwärme, natürliche Kompression und einen dezenten Breakup, der direkt auf den Anschlag reagiert. Er verhält sich eher wie ein Vintage-Gitarrenamp als wie ein modernes Bass-Topteil und gibt jedem Ton Tiefe und Bewegung.
Bei Gerbman & Blues Flood erlaubt dieses Rig Johan Bravenboer, tight mit dem Schlagzeug einzurasten, dynamisch auf Gerbmans Phrasierung zu reagieren und Wärme und Tiefe hinzuzufügen, ohne den Mix zu überladen. Die leichte Röhrenkompression und der Breakup tragen zu diesem klassischen Texas-Blues-Feeling bei, bei dem alles atmet und sich gemeinsam bewegt.
Seltenheit und Verfügbarkeit
Der Sherman 300 ist selten. Boutique-Fertigung und begrenzte Verfügbarkeit machen ihn am Markt schwer zu finden. Barefaced-Boxen sind etwas leichter erhältlich als der Amp, aber immer noch Boutique und in normalen Läden selten zu finden. Als kombiniertes Rig ist dies ein eher seltenes bis seltenes Setup.
Varianten und Alternativen
- Sherman-Varianten — limitierte Produktionsserien mit möglichen Custom-Varianten
- Barefaced — mehrere Boxenmodelle mit unterschiedlichen Lautsprecherbestückungen
- Budget-Alternative: Fender-Rumble-Serie — leicht und günstig, aber ohne Röhrenwärme
- Boutique-Alternative: Mesa-Boogie-Subway-Serie mit einer High-End-Box — moderner, aber immer noch sehr musikalisch
- Vintage-Alternative: Ampeg SVT mit 8×10-Box — das klassische Bass-Rig für Blues und Rock